Der Trachtenstrip

Die Geschichte des Kalenders

Die Geschichten vieler guter Ideen entstehen da, wo eben die meisten guten Ideen so entstehen: Im Rausch. Dass am Ende ein Ergebnis wie der Trachtenstrip Kalender heraus kommen würde, hätte damals wohl niemand gedacht.

Es ging bei jenen Gesprächen grob um Domains, die etwas mit Tracht, und einem möglichst unflätigen Ausdruck zu tun hatten. Und am Ende setzte sich Trachtenstrip gegen Trachtenporno durch. Und nein, bevors jetzt aus einem bestimmten Lager heraus wieder laut wird, wir sind keine Trachtenverschmäher, verarschen diese nicht oder tun irgendwas anderes schä(n)dliches. Zwar sind wir keine Trachtler, sahen uns jedoch unter anderem durch zahlreiche andere Vereinsaktivitäten und einem gesunden Verhältnis zu unserer Heimat in unseren Augen durchaus würdig, uns an das Thema heranzuwagen.

Das Cover des Trachtenstrip Kalenders 2005. Man beachte: Wir hatten auch einen Mondkalender.
Ursprünglich wollten wir auf Trachtenstrip.de einen Art abgespeckten Festlguide aufziehen. Der Festlguide war früher mal eine der Region hier sehr beliebte Infoseite, auf welcher die Termine der sogenannten Bauernfestl gelistet waren. Wir wollten in unserem Portal unter anderem in regelmäßigen Abständen neckische Trachtenfotos veröffentlichen. Aus diesen Fotos wurde dann ziemlich schnell ein Kalender. Ein Kalender mit frechen Bildern von Mädels in ihren Dirndlgwandern.

Soweit die Idee, doch woher die Models nehmen? Über die Homepage. Die war flugs gebaut und nach ein paar Anfangsschwierigkeiten gings dann los. Über ein Anmeldeformular konnte frau sich bei uns für den Kalender anmelden. Ziemlich parallel machte Andi zusammen mit seiner damaligen Freundin die ersten Fotos.

Über die Homepage kamen zwar dann zahlreiche Anfragen, feste Zusagen unterm Strich aber nur zwei. Die restlichen Models rekrutierten wir direkt vor Ort: Auf Festln und im Bekanntenkreis.

Raus ins kalte Wasser

Ganz umsonst war die Homepage dann aber doch nicht. Nun ist es ja so, dass man für so ein brisantes Unterfangen ja von Natur aus wenig Werbung machen muss. Dass sich die Sache aber so schnell herumsprechen würde, erstaunte uns dann doch.

Es dauerte nicht lange, da verbreitete sich das Thema Trachtenstrip in den meisten wichtigen und unwichtigen Webseiten der Region. Ganz besonders erregte Gemüter hatte übrigens ein Forum eines hiesigen Dirndl- und Burschenvereins zu verzeichnen: Die dort geführte Diskussion, in der vor allem in Frage gestellt wurde, ob wir überhaupt so einen Kalender machen dürfen und ob die Sache dem Brauchtum schade, erreichte zeitweise unangenehme Auswüchse. Doch die Pro-Lobby war am Ende stärker uns so versandete das Thema. Nun, wer sich die Bilder und den Kalender ansieht, wird feststellen, dass derlei Sorgen unbegründet waren/sind. Kreuzbrav und bieder kam er daher, der erste Trachtenstrip, der größte Skandal an der Sache war der Name an sich.
Das Sponsordrama
Als schließlich die Fotos im Kasten waren, kam der große Rückschlag. Kein Sponsor. Die sicher geglaubte Unterstützung durch die Banken entfiel. Bei der Raiffeisenbank in Au hieß es da zum Beispiel: “Super Ding, unterstützen wir gerne, aber erst im nächsten Jahr”. Die Kalender für 2005 waren schon im Sommer gekauft worden.

Wir beschlossen, das ganze Projekt schwerpunktmäßig ins Internet zu verlagern. Quasi als Online-Kalender. Akribische Planungen und Kalkulation machten es möglich, dass wir zusätzlich eine kleine Auflage als Printversion herausbringen konnten, die wir je nach Nachfrage noch erhöhen konnen.

Der Trachtenstrip 2006

Die erste Version des Trachtenstrip 2006 Titelbildes. Kann man getrost als erste Photoshop-Gehversuche abhaken.

2006 wollten wir dann alles richtig machen. Wir konnten die Raiffeisenbanken als Sponsor gewinnen, und den Kalender in einer Druckerei produzieren lassen. Dabei lief zwar nicht alle glatt, beispielsweise wurde die gesamte Auflage des kalender viel zu dunkel gedruckt, aber wenigsten war die finanzielle Last von unseren Schultern genommen.

Ein Großteil der Modelle stammte aus dem Gemeindebereich Bad Feilnbach, also aus Bad Feilnbach, Au und Kematen. Aber auch aus Bad Aibling, Rosenheim und Heufeld kamen dieses Mal dazu. Wir hatten auch einen Quasi-Stargast, Michaela Mäscheder, die damals amtierende Miss Herbstfest.

(Und wenn wir schon bei der Miss Herbstfest sind, mit ihrer Trachten-Bildserie bewarb sich Agnes zur Wahl der Miss Herbstfest und wurde prompt in die Endauswahl gewählt. Und 2012 hat es unser Model Moni dann auch tatsächlich zur Herbstfest-Prinzessin gebracht!)

Noch eine Neuerung: Damit auch alles möglichst stilecht daherkam, holten wir uns professionelle Hilfe von Trachten Gach aus Brannenburg. Familie Dirnaichner stattete die meisten Modelle kostenlos mit edlen Trachtenkleidern für die Fotoshootings aus und stand Fotograf Andi auch sonst stets mit Rat und Tat zur Seite.

Die Auswahl der Locations, also die Orte, wo die Bilder für den Kalender entstanden, gestaltete sich für den 2006er Kalender schwieriger als noch für den 2005er, den wir natürlich toppen wollte. Ungewöhnliche Locations wie eine alte Mühle im Nußdorfer Mühltal oder ein Bootsfahrt auf dem Seehammer See sind das Ergebnis einer langen, mühsamen Suche nach den perfekten Plätzen.

Das Fazit aus dem 2006er Kalender: Die Qualität hat nicht überzeugt, die Mädel waren viel zu angezogen, die Fotos teilweise sehr langweilig. Aber wir wussten es halt nicht besser. Hatten damit aber eine wunderbare Zeit, viele tolle Leute kennengelernt, Erfahrung gesammelt und jetzt auch mit diversen Medienberichten die Weichen für die Zukunft gestellt.

2007 und die zweifelhafte Berühmtheit.

Da wollten wir provozieren und was passiert? Kaum einer erkannte, dass sich hier ein für das Cover des Trachtenstrip 2007 ein Mädel den Slip auszieht.

Die Geschichte des 2007er Kalenders beginnt da, wo die des 2006ers aufhört.

Nachdem selbst wir über das durchweg positive Feedback, das wir für den Kalender erhalten hatten, erstaunt waren, stand es für uns natürlich außer Frage, dass wir 2007 noch einen draufsetzen müssen.

Aber es musste sich einiges ändern.

Klar, die ganzseitige Anzeige im OVB und den Regionalzeitungen war ein großer Erfolg. Aber verglichen damit, wie oft wir an anderen Medien gescheitert waren zeigte uns: Das Thema ist nicht interessant genug für die richtig großen Fische. Aufmerksamkeit zu erreichen durch den Namen war kein Problem. Aber so schon die bisherigen Bilder auch waren: Sie konnten die Erwartungshaltung der meisten Leute nicht erfüllen.

Wie schafft es ein Jungbauernkalender, eine zweiseitige Geschichte in der Bild am Sonntag zu bekommen? Er provoziert.

Und als einzig mögliche Konsequenz zum Schritt nach vorn, werden wir diesem ehernen Gesetz der heutigen Informationsgesellschaft folgen: Je mehr die Gemüter erregt werden, desto mehr wird darüber gesprochen.

Im Prinzip blieben wir aber unseren Wurzeln treu: An Nacktbilder hatten wir uns nach wie vor nicht herangetraut. Viel mehr ging es uns darum, wie wir die Elemente Tracht, schöne Mädchen und schöne Locations zu einem erotischem, frechen, aber zugleich ästhetischen und im Rahmen des Vertretbaren Ganzen verrühren konnten.

Für 2006 und 2005 hatten wir die Praxis “Mehr ist Mehr” verfolgt. Bei jedem Shooting ging es uns darum, von jedem Model so viele Bilder wie möglich zu schießen, damit wir danach aus dem reichhaltigem Angebot wählen konnten. Diese Technik hat aber den Nachteil, dass wir kein Bild 100prozentig perfekt vorliegen hatten.

Für 2007 haben wir uns ein neues Konzept überleg: Schon im Vornherein haben wir Skizzen mit möglichen Posen für jeden Monat angefertigt. Der Kalender entstand also quasi am Reißbrett, bevor auch nur ein Bild aufgenommen wurde.

Das Credo für den 2007er Kalender lautet ja: Weg vom Katalog-Charakter, die Bilder sollen jedes für sich eine kleine Geschichte erzählen. Und das hört sich leichter an als es ist. Denn nach diesem Kriterium 12 möglichst unterschiedliche Motive zu finden war ein harter Brocken.

Ein brenzliges Thema: Wie weit soll/darf man gehen? Ein wenig frecher sollte es ja schon werden, doch recht schnell stellte sich heraus, dass das Dirndlgwand einem natürlich Grenzen setzt: Viel Haut und Dirndlgwand ist schwer zu vereinen. Es brauchte einige Probeshootings, bis sich herauskristallisierte, was geht und was nicht.

Die Bilder sind dann defintiv anders, sexier, spannender, detailreicher als ihre Vorgänger geworden. Aber gleichzeitig überschritten wir eine unsichtbare Grenze nicht. Wir versuchten uns an einem Balanceakt zwischen Schund und Kunst.

2008 und das vorläufige Ende

trachtenstrip-2008

Jeder hat im Leben wohl schon Momente gehabt, in denen er alles verflucht hat, sich scheinbar für nichts und wieder nichts abgerackert hat. Tränen, Blut und Schweiß vergossen hat und am Ende trotzdem mit leeren Händen da stand.

So ging es uns auch im Herbst des Jahres 2006. Der Trachtenstrip Kalender 2007 war fertig, da wir keinen Sponsor gefunden hatten, finanzierten wir den Kalender aus eigener Tasche.

Der 2007er Kalender ist toll geworden, unsere bis dato beste Arbeit. Aber er verkaufte sich einfach nicht. Seinen Erstverkaufstag am Bad Feilnbacher Apfelmarkt kann man getrost als Flop bezeichnen.

Insgeheim hatten wir also schon aufgegeben, das investierte Geld als verloren betrachtet, als der Erfolg praktisch über Nacht kam. Das OVB brachte einen großen Artikel über den Trachtenstrip 2007 Kalender, inklusive Statements von Befürwortern und Gegnern. Noch am selben Tag an dem der Artikel erschien, liefen bei uns die Telefone heiß: Auf die TZ folgte die BILD und noch einige andere Zeitungen, unsere Web-Server brachen kurzzeitig zusammen und wir bekamen Besuch vom Fernsehen. Über Nacht wurde der Kalender berühmt, unsere Bestellhotline war fast rund um die Uhr belegt. Lohn der Mühen: All unsere Unkosten waren gedeckt und wir konnten sogar noch 700 Euro für die Weihnachtsspenden-Aktion des OVBs locker machen.

Langfristig verhalf uns unsere neue Bekanntheit zu interessanten Sponsorengesprächen und viel Publicity.

Und wo wir eigentlich keinen neuen Kalender mehr machen wollten, legten wir jetzt erst richtig los. Wir konnten den Wirtschafltichen Verband Rosenheim als Sponsor gewinnen, was uns zum einen den Vorteil brachte, dass wir den Kalender am Rosenheimer Herbstfest verkaufen konnten, zum anderen uns aber eine brutale Deadline bescherte.

Als Clou wurden standen 2008 stets mindestens 2 Modelle vor der Kamera, und zwar egal in welcher Konstellation, Weiblein-Männlein oder Weiblein-Weiblein (für Männlein-Männlein fanden wir keine Bewerber).

Auch von der Ausrichtung legen wir nochmals einen Gang zu: Zwar gab es nach wie vor keine nackten Tatsachen in Form von Brüsten und Co., die neuen Motive wurden aber noch einen Tick freizügiger und insgesamt knisternder, erotischer.

Am Ende konnte der 2008er Kalender den Erfolg des 2007er Kalenders trotzdem nicht erreichen, obwohl er in jeder Hinsicht größer, besser und schöner war. Vielleicht hatten wir die Leute lange genug mit einem Namen an der Nase herumgeführt, der nicht halten konnte, was er versprach.

Wir entschieden uns, das Projekt einzustampfen. Zwar hatte sich ein ansehnlicher Fankreis gebildet, der darüber sehr betrübt war, und auch heute bekommen wir ab und an noch Anfragen, wo es einen neuen Kalender zu kaufen gibt, unterm Strich war die Entscheidung aber richtig. Gegen Ende war die Arbeit am Trachtenstrip nur noch mit Stress und Druck für alle Beteiligten verbunden.

Der inoffizielle Trachtenstrip-Kalender 2009

trachtenstrip-2009

Ganz von den Trachten konnten wir aber trotzdem nicht lassen. Nur ein halbes Jahr später startete Andi die Delegance-Reihe, die mittlerweile drei Serien umfasst. Delegance ist experimentelle Dirndl-Fotografie, reduziert nur auf das Model und mit der einen oder anderen nackten Tatsache.

Für die ganz treuen Fans entstand damals ein ultrastreng limitierter Kalender 2009. Wer den besitzt darf sich wirklich glücklich schätzen. Eigentlich kam man damals nur dann in den Genuss, wenn man regelmäßiger Mardermolch-Leser war,zwar hatten wir den 2009er Kalender auch auf der alten Trachtenstrip-Seite angepriesen, die war damals allerdings noch so gut wie bedeutungslos.

Sonst war 2008 das Jahr der Experimente. Andi, der damals größtenteils als Einzelkämpfer unterwegs gewesen war, experimentierte viel herum, unter anderem griff er wieder die Überlegung auf, wie viel Akt in einem Dirndl-Shooting stecken darf. Das ist auch heute noch eins der Lieblings-Diskussions-Themen des Trachtenstrip-Teams…

In dieser Phase der Neuorientierung stolperte Andi über das Thema über Webseiten, die passives Einkommen generieren konnten. Und dachte sich dabei: “Wenn ich schon nichts mehr am Trachtenstip mache, so könnte ich doch wenigstens mit den vorhandenen Bildern ein wenig Geld dazuverdienen.” Sein Plan war eine Art Premium-Mitgliedschaft auf der Trachtenstrip-Seite, mit der User sich Bilder, unter anderem auch die berüchtigten Trachten-Akt-Bilder, die während der Delegance-Zeit entstanden waren, gegen ein Entgeld herunterladen konnten.

Und im Frühling 2009 begannen dann die Arbeiten.

Der neue Trachtenstrip und der Kalender 2010

Das Cover des auf 50 Stück limitierten Kalenders 2010

Als erstes wurde die alte Trachtenstrip-Seite gründlich umgekrempelt und auf ein modernes technisches Grundgerüst mit komplexem Mitglieder-Verwaltungssystem gestellt.

Als wir aber nach ca. 3 Monaten nur ungefähr fünf normale und eine Premium-Mitgleidschaft verkauft hatten, obwohl die Besucherzahlen sich der täglichen 200er-Grenze näherten, beschlossen wir, zurückzurudern und die Fotos wieder allgemein zugänglich zu machen, dafür aber auf die freiwillige Unterstützung der Besucher zu bauen: Wir führten das Trinkgeld-System ein: Und das ging so: Wir suchten uns ein nettes Model, Mandy, fragten Sie, ob wir sie für den Trachtenstrip fotografieren dürfen und veranschlagten 150 € als Summe, ab der wir Mandy fotografieren würden.

Und dieses Geld haben wir dann tatsächlich über Spenden zusammenbekommen! Das war für uns der Beweis, dass die Trachtenstrip-Fans durchaus bereit waren, uns auch finanziell zu unterstützen.

2009 folgten dann ein paar interessante Stationen für den neuen alten Trachtenstrip. Unter anderem nahmen wir beim Dirndlflugwettbewerb am Starnberger See teil, begleitet von einem Fernseh-Team des Bayerischen Rundfunks (der Beitrag wurde aber bis heute nicht gezeigt), waren zu Gast bei Ali Kahn von Radio Charivari, es folgten Berichte in der BILD-Zeitung und im OVB und schließlich beschlossen wir, auch 2010 einen limitierten Kalender herauszubringen.

Die 50 Stück waren jedenfalls rasend schnell ausverkauft.

2011 oder: Es wird nackt.

Das Titelblatt des 2011er Kalenders zeigt den Weg: mehr Erotik darf es sein...

Der Wille war da. 2011 keinen Trachtenstrip, ein Jahr Pause, sammeln, abschalten. Doch es kam ganz anders, natürlich.

Die 2011er Ausgabe entstand in nahezu unglaublich kurzer Zeit, das erste Shooting fand am 09. September, das letzte am 14. Oktober statt. Absoluter Rekord, selbst für unsere Maßstäbe. Wir mussten 14 Modelle, die wir dieses Mal sogar aus Österreich und von jenseits des Weißwurscht-Äquators akquiriert hatten, unter einen Hut und an den wenigen schönen Spätsommertagen vor die Kamera bringen. 12 davon haben es in den Kalender geschafft, eines unerkannt auf den Titel und No. 14 ziert, quasi als Zuckerl, auf die letzte Seite.

Neu ist auch das Motto: Erstmalig gaben wir in einem Trachtenstrip-Kalender allen Shootings das selbe Thema vor: Die wilden 60er, Flower Power, Love&Peace. Ob und wie das zum Dirndl passt? Nicht wirklich, aber erstens ist der Trachtenstrip an sich ja schon verrückt genug, zweitens sind die Fotos in sich richtig stimmig geworden und irgendwie passt das ganze ja auch zum dem, wofür moderne Tracht und damit besonders auch das Dirndl in der heutigen Zeit steht: Die Fühler ausstrecken zur Moderne, den Spagat zwischen jung und alt schaffen, Tradition und Ausgelassenheit, ein bisschen Revolution eben. So wie die guten alten Hippies. Ebenfalls neu: Der Trachtenstrip ist so freizügig wie nie zuvor! Zum ersten Mal gibt es nackte Tatsachen zu sehen. Natürlich immer abhängig vom jeweiligen Model und wie weit es bereit war, zu gehen.

Und so sind wir also wieder durchs Alpenvorland gezogen, haben in brütender Hitze schöne Mädchen in frischgemähtem Gras und duftendem Heu abgelichtet, wurden in der Bad Feilnbacher Moor-Landschaft von Steckmücken und Dornenbüschen angefallen, sind knietief und bäuchlings im herbstlich kaltem Wasser gestanden und gelegen und haben gefroren, gezittert, geschwitzt, gelacht und trotz all der Strapazen, dem Stress, dem Druck und der Ungewissheit ob wir es noch rechtzeitig schaffen würden, möchten wir doch keine Sekunde missen.

2012: Der letzte seiner Art

trachtenstrip-2012

Leichte, lose Tracht ziemt minder nicht der Jugend, die sie trägt,
als dem gesetzten Alter Pelz und Mantel Gesundheit schafft und Ansehn.

[William Shakespeare in Hamlet]

Dieses Zitat zierte die Rückseite des 2012er Kalenders, unserer Nummer acht. Wer ihn in den Händen hält, hat einen der streng auf 50 Stück limitierten Exemplare ergattert.
Der 2012er Trachtenstrip ist von allen Lückenfüllern der gelungenste und der persönliche Liebling von Fotograf Andi. Das Problem dieser Ausgabe war nur: erstmalig war ein Kalender so spontan, dass wir keine 12 neuen Shootings durchgeführt haben, sondern teilweise auf‘s Archiv zurückgreifen mussten. Nicht, dass wir da nicht würdiges Material in Hülle und Fülle hätten, aber ein schaler Beigeschmack blieb leider trotzdem. Und an dieser Stelle wussten wir endgültig: es wird Zeit für eine kreative Pause. Auch wenn der Aufschrei in unserer kleinen Community im Herzen wehtat, so konnte es nicht weitergehen.

Und auch wenn es viele bis zum Schluss nicht geglaubt haben: Das Jahr 2013 haben wir dann tatsächlich ausgesetzt und erstmalig seit Beginn die Serie unterbrochen.

Trachtenstrip 2014: Eine neue Messlatte

trachtenstrip-2014

Die kreative Pause war sehr heilsam für den Trachtenstrip. Wir konnten den 2014er Kalender in aller Ruhe planen. Was natürlich nicht verhindert hat, dass es am Ende wieder unglaublich stressig wurde und wir wieder alles just in time abgewickelt haben. Aber darin haben wir es ja mittlerweile zu einer gewissen Meisterschaft gebracht.
Das Schöne an der Trachtenstrip-Chronik ist, dass sich die Qualität der Kalender bis jetzt von Jahr zu Jahr verbessert hat. 2014 ist rund um gelungen und wartet mit einer einmaligen Riege wunderschöner Models und Motive auf. Wer bis hierher gelesen hat weiß, dass wir nicht unbedingt zur Selbstbeweihräucherung neigen, aber der 2014er Trachtenstrip ist eine Wucht. Darin befinden sich solche Perlen wie das Bild im alten Moorbahnhof, für welches das Model sogar einen allergischen Schock mit anschließendem Krankenhausaufenthalt auf sich nahm (über 40 Mückenstiche!) oder auch das Herbstzeitlosen-Shooting, aus dem sich quasi als wundersames Nebenprodukt das Titelblatt von Andreas Karossers “Dirndl Porno”, dem ersten erotischen Heimatkrimi, ergab.
Der Kalender ist übrigens wie alle anderen auch restlos ausverkauft, auch wenn wir dieses Mal wieder eine höhere Auflage drucken ließen. Die digitale Version davon findet der geneigte Interessent übrigens in unserem (*hüstel* kostenpflichtigem) Downloadarchiv.

Durchsichtige Dirndl

trachtenstrip-2015

Der 2015er Trachtenstrip ist tatsächlich schon unser zehnter Kalender! Und für dieses Jubiläum haben wir uns etwas ganz besonderes einfallen lassen: lange vor Davorka Tovilo haben wir das transparente Dirndl erfunden!

Die Idee geisterte schon länger in Fotograf Andi herum und irgendwann begann er, Versatzstücke wie transparente Corsagen, Petticoats und Blusen zu kombinieren und sie zusammen mit Schürzen so zu drapieren und zu fotografieren, dass es auf dem Foto wie ein Dirndl aussah. Das hat so gut geklappt, dass wir unsere ursprüngliche Idee, fertige transparente Dirndl nähen zu lassen, aus Kostengründen wieder verwarfen. In unseren Prototypen kann man zwar nur kameratauglich hübsch da stehen oder sitzen und auch Freund Photoshop musste ab und an ein bisschen nachhelfen, wir finden allerdings, dass das Ergebnis voll und ganz überzeugt und mal etwas ganz Neues und Spannendes ist.

Hervorzuheben ist am 2015er das Titelbild, das entstand nämlich als einziges Motiv nicht im bayrischen Voralpenland rund um Bad Feilnbach, sondern in Permuteran auf Bali. Auch unseren Models gebührt ein besonderer Dank, denn die mussten für diesen Kalender besonders viel Vertrauen und auch Leidensfähigkeit mitbringen. Der Satz “Vertrau mir, am Ende sieht das gut aus” ist jetzt nicht unbedingt das, was man als Model während einem Shooting hören möchte, am Ende kam aber dann doch ein wunderschönes Gesamtkunstwerk heraus, das jedem Sammler das Herz höher schlagen lässt. Versprochen.